Marokko 2015 | Reisebericht

Reisebericht mit Bildergalerien
Marokko 2015 – Reisebericht  
Unterwegs vom 26. Januar bis zum 2. Februar 2015 mit dem Reiseveranstalter RSD
Eine Rundreise mit Besuch der Königsstädte


Montag, 26. Januar 2015

Ankunft, Bergdorf, Marrakesh

Sehr viel früher kann ein aktiver erster Urlaubstag kaum beginnen. Gegen 00:15 starten wir von daheim aus in Richtung Frankfurt am Main. Gegen 1.45 sind wir dann beim bewährten Parkhaus Airparks angekommen. Wenige Minuten später bringt uns der Shuttle-Bus zum Flughafen. Gegen 2:15 sind wir bereits am Flughafen angekommen. Wir können es also ganz entspannt angehen lassen.

Nach dem eigentlichen Check-In erfolgt schon bald der wichtigere Check der Reisegruppe.

Ergebnis: Die meisten – geschätzt  etwa 85 Prozent der Reisenden – dürften wohl nicht mehr im aktiven Arbeitsleben stehen. Ein Phänomen, welches wir auch schon bei anderen Rundreisen mit dem RSD (Reiseservice Deutschland) ähnlich wahrgenommen haben.

Gegen 5:00 startet die Boeing 737 prall gefüllt endlich in Richtung Marrakesh. Um 8:00 Ortszeit landen wir dort und müssen natürlich nach Ausstieg aus der Maschine zu den Kontrollen. Der Weg ist kurz, eine Vielzahl von Schaltern tatsächlich auch besetzt. Das hatten wir vor zwei Jahren ganz anders erlebt. Eine lustige Begebenheit gibt es dort schon. Ich habe es selbst nicht gehört, dafür meine Frau.

In der Türkei ist immer ein Einreiseformular auszufüllen. Dieses ist englischsprachig. Ein älterer Herr hatte wohl die Zeile “profession” nicht ausgefüllt. Auf die Frage des Beamten, was er denn für einen Beruf habe, war seine trockene und ehrliche Antwort die:

“Ich nichts arbeiten – Rentner!”

Er hatte meinen ersten Eindruck auf den Punkt gebracht.

Danach fahren wir aufgrund der “überraschend” frühen Ankunft in ein nahes Bergdorf.  Das Wetter ist schön – blauer Himmel, nahezu wolkenlos. Die Temperaturen angenehm, so etwa um die 14 bis 16 Grad. Das Frühstück ist nicht schlecht, enthält aber nicht alles, was unser Reiseleiter vorher so vollmundig angekündigt hat. Man möchte das Wort ja eigentlich nicht gebrauchen – es war natürlich Nepp, an dem die in etwa 6 Untergruppen eingeteilte RSD-Reisegruppe von knapp 200 Personen gemeinsam und etwas zeitversetzt teilhaben durfte. danach noch der Blick in eine einfaches Haus, um die Lebensumstände der marokkanischen Bergbevölkerung exemplarisch kennenzulernen.

Um 13:30 beziehen wir unser Hotel in Marrakesh. Es ist wirklich schön mit Pool etc. Wir fahren mit dem Shuttle um 15:00 in die Stadt. Wir wollen den Ankunftstag noch geniessen. Leider keinerlei Information durch die Reiseleitung, dass die Möglichkeit eines kostenlosen Shuttle-Transfers in die Stadt bestünde. Dafür die unvollständige Aussage, dass man mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxi in die Stadt gelänge.

Marrakesh, Djemaa el Fna, der Gauklerplatz, der frisch gepresste Orangensaft für gerade einmal drei Dirham, die Altstadt und das Treiben auf den Straßen überhaupt, ziehen uns nach zwei Jahren magisch an. Dabei war ich damals ziemlich genervt aus Marrakesh nach einer Woche Aufenthalt abgereist.

Das Hotel, Les Jardins de La Koutoubia, das im Film “Exit Marrakesh” vorkommt, haben wir an richtiger Stelle im Stadtplan vermutet. Wir schauen in den mondänen Innenhof, schon läuft der Film in unseren Köpfen wieder ab.

Nach Gang durch die Souks am Schluss auf die Dachterrasse eines Cafes und den Aufbau der Garküchen betrachten. Rauch, Qualm, Gerüche,  Balanceakte über dünne Stangen, Wasserträger, Schlangenbeschwörer, die mit Touristen über ihr Honorar diskutieren und streiten, trommelnde Musiker.

Das pulsierende Leben liegt uns zu Füssen, während die Sonne untergeht und nach und nach nur noch die Konturen der Koutoubia Moschee zu erkennen sind. Im Gegenlicht geht es zum Shuttle-Bus, der uns um 18:00 abholen soll. Nein, nein und nochmals nein! Wir wollen auch auf mehrfache Nachfrage hin keine Kutschfahrt machen.

Das Abendessen ist in Ordnung. Die Temperaturen im Restaurant allerdings aufgrund laufender Klimaanlage gefühlt knapp über 15 Grad. Man möchte sich am liebsten eine Jacke holen.

Bildergalerie – 26. Januar 2015


Dienstag, 27. 01.2015

Beni Melal, Ifrane

Heute müssen wir eine große Fahrtstrecke nach Fes zurücklegen. Die Reiseleitung, ein perfektes Deutsch sprechender Türke, prognostiziert etwa 500 Kilometern. Diese Zahl lässt mich schon ein bisschen erschaudern.

Toilettenpausen  machen wir allerdings einige. Insofern passt es so. Ein längerer Halt bei Beni Mellal.

Wir haben das sogenannte Mittagessen-Paket nicht dazu gebucht, gehen in der Stadt etwas spazieren. Schön ist dieser Ort nicht, verfügt aber über einige Teehäuser, wo wir einen Sitzplatz finden und Menschen beobachten können.  Ich gebe zu, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.  Menschen heißt hier überwiegend Männer im fortgeschrittenen Alter, die offensichtlich nicht arbeiten müssen oder können. Dafür haben sie ja ihre Frauen, die immer irgendetwas herumschleppen, während die Herren in Gruppen rauchend und/oder Zeitung lesend im Tee- und Kaffeehaus sitzen.

Leider werde ich erst auf den besonderen Umstand, dass die Wasserflasche, die zum Tee serviert wurde,  nicht richtig verschlossen gewesen sei,  erst aufmerksam gemacht, als ich sie schon zur Hälfte geleert habe. Harmlose Bauchschmerzen setzen daraufhin sofort bei mir ein. Bin ich deshalb ein Einbildungskranker? Diese Frage beschäftigt mich schon länger!

Bei der Weiterfahrt streifen wir ein Skigebiet, machen in Irfane halt, um dort einige Meter im Schnee spazieren zu gehen. Unser Hotel in Fes äußerlich zwar attraktiv, Essen aber nur mittelmäßig und gerade mal lauwarm.

Bildergalerie – 27. Januar 2015


Mittwoch, 28.01.2015

Fes, Volubilis

Wir starten schon um 7:45. Mit dem RSD reisen heißt im Regelfall zeitig aufstehen. Ich finde das gut. Allerdings war das Frühstück weniger gut. In Marokko soll es viel Obst geben, wir haben auch schon einiges auf den Märkten gesehen, leider nichts oder fast nichts, lediglich einige Mandarinen, beim Buffet.

Morgennebel lässt schon vermuten, dass der versprochene Blick vom Aussichtspunkt auf die Stadt Fes etwas ernüchternd sein könnte. Unseren Reiseleiter hält das leider nicht davon ab, die Reihenfolge unseres Tagesprogramms situationsbedingt etwas zu verändern.

Zuvor noch werfen wir einen Blick auf die Umfassungsmauern des Königspalastes. Danach noch ein Spaziergang durch das Judenviertel, bevor uns der Bus zum besagten Aussichtshügel fährt. Man hätte sich hier einfach etwas mehr Zeit zum Schlendern gewünscht. Die örtliche Reiseleitung, die eingeschaltet werden muss, stellt nicht unbedingt eine Bereicherung dar.

Der geführte Besuch der Medina von Fes soll den Höhepunkt des heutigen Tages darstellen. Auch hier der Verlauf teilweise sehr chaotisch. Eine Gruppe von etwa dreißig Personen ist auch nur schwer zu führen im Trubel der Souks. Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, für einige Minuten unsere eigenen Wege zu gehen, nutzen wir diese auch. Nachdem wir einige Male im Kreis geführt werden, werde ich skeptisch. Die Gerbereien und Färbereien sehen wir uns leider nicht an. Der Reiseleiter erklärt auf unsere Nachfrage hin, dass die Gruppe zu groß sei und die Gerbereien eigentlich nur denjenigen offenstehen, die auch etwas kaufen. Ja, jetzt wissen wir es und ärgern uns erst recht.

Dafür geht‘s danach zum Mittagessen in ein Edelhotel, zumindest für diejenigen, die dort Mittagessen gebucht haben. Wir machen etwas Siesta.

Die Weiterfahrt nach Volubilis hat eine gewisssen Erlebniswert. Die römische Ausgrabungsstätte – auch dort wieder ein örtlicher Führer – sehr interessant.

Gegen 18:00 sind wir am Hotel. Die Zimmer sind hochtemperiert. Um 19:30 beginnt die Schlacht am kalten Buffet. Denn wirklich warm sind die Speisen nicht.

Bildergalerie – 28. Januar 2015


Donnerstag, 29.01.2015

Meknes, Mausoleum Mohammed V, Rabat, Casablanca

geht es in Richtung Meknes und Rabat. Nicht ohne vorher bei einer Teppichknüpferei vorbeigeschaut zu haben. Dort identifizieren wir einen leitenden Verkäufer. Ihn hatten wir wenige Monate zuvor bereits in einer solchen Einrichtung in der Türkei gesehen. Wirtschaftshilfe oder Kundenfang? Wohl beides. Der Reisende soll kaufen, kaufen, kaufen. Wir sitzen schon bald in der Cafeteria, wo mir der Cappuccino zunächst gut bekommt. Bei der Weiterfahrt überkommen mich derartige Magen-Darm-Probleme, dass ich saubere deutsche Toiletten regelrecht herbeisehne.

Das Stadttor von Bab-el-Mansour besichtige ich nur kurz, dafür die schmutzigen Toiletten umso länger.

Nach kurzer Weiterfahrt erreichen wir das Mausoleum von Sultan Mohammed V. Mir scheint es wieder etwas besser zugehen. Bin mit beim knapp einstündigen Aufenthalt mit Fotoapparat unterwegs. Nachdem ich den Bus bestiegen habe, bekomme ich erneut Krämpfe und flüchte auf Empfehlung des Reiseleiters auf eine mehr als zweihundert Meter entfernte Toilette in einem Cafe.

Die Reisebusse von RSD verfügen grundsätzlich über keine Toiletten, ein echtes Dilemma!

Die Weiterfahrt bis zur Mittagspause ermöglicht Blicke auf den Atlantik. Nicht mir – ich liege ausgestreckt am Boden und wünsche mir saubere Toiletten. Nicht mehr, nicht weniger! In der Mittagspause schiebe ich ein trockenes Weißbrot in mich hinein. Besser wird’s! Bin ich froh!

Am späten Nachmittag erreichen wir Casablanca, beziehen das Hotel und machen uns auf zum Strand. Wunderbarer Spaziergang in den Sonnenuntergang hinein. Das Strandleben ist Fußball-Leben. Die Marokkaner sind vom Fußball mehr als nur fasziniert.

Beim Abendessen lasse ich auf jeden Fall den Salat weg. Fühle mich erstaunlich gut! Imodium sei Dank!

Bildergalerie – 29. Januar 2015


Freitag, 30.01.2015

Casablanca, Altstadt, Moschee

Die Nacht ist für mich um 2:05 vorbei. Danach pendele ich zwischen Bett und Toilette. Zum Frühstück nur Weißbrot.

Auf dem Programm steht der Besuch der Moschee Hassan II, eine der weltgrößten überhaupt. Vom Balkon aus haben wir sie schon sehen können. Sie liegt direkt am Atlantik und ist ob ihrer Ausmaße wirklich gewaltig.

Ein Stadtbesuch mit Kurzausflug in die Souks schließt sich an. Imposant das rituelle Mittagsgebet, bei dem sich die Gläubigen auch durch herumschlendernde Touristen nicht stören lassen. Also – wider meinen eigenen Erwartungen – ein hohes Maß an Toleranz der Muslime.

Die Weiterfahrt führt über die Autobahn – ich schlafe etwas. Gegen 17:30 kommen wir in Marrakesh an. Die Interessenten der Kutschfahrt satteln um. Wir fahren weiter in das Hotel, welches uns bereits am Montag aufgenommen hatte. Wieder das Zimmer 313 – gut geheizt, im Gegensatz zum Restaurant, wieder mit Tiefsttemperaturen.

Bildergalerie – 30. Januar 2015


Samstag, 31.01.2015

Marrakesh , Verkaufsveranstaltungen

Eine erste effektive Stadtbesichtigung in Marrakesh – aber eben nicht nur. Die schmuck- und Lederfabrikationen nerven fürchterlich, die in Aussicht gestellten Nachlässe sind enorm, so dass eigentlich nur der Eindruck des „Geneppt-Werdens“ bleibt.

Danach fährt der Bus die Reisenden zu einem Restaurant am Rande eines Gewerbegebietes, so dass den Nicht-Teilnehmern nur das Herumlungern vor dem Lokal bleibt. Sauber hingekriegt, RSD!

Am Nachmittag zwischen 16:00 und 18:00 geht es dann in die Souks mit Besuch einer alten Apotheke. Auch hier wieder der altbewährte Nepp, das schnelle Hin- und Herspringen zwischen Dirham und Euro. Meine Frau und einige andere Damen lassen sich massieren.

Den Abend verbringen wir im Hotel. Einen großartigen Fortbildungswert hatte der Tag in Marrakesh nicht. Stand leider sehr im Schatten der Verkaufsveranstaltungen!

Bildergalerie – 31. Januar 2015


Sonntag, 01.02.2015

Marrakesh, Medina, zur freien Verfügung

Die Gruppe fährt nach Essaouira. Wir waren dort schon vor zwei Jahren. Insofern nehmen wir uns heute nochmals Zeit für Marrakesh. Um 10:00 bringt uns der Shuttle-Bus zur Koutoubia-Moschee. Tolle Musik im Player – …….die CD-Suche in der Stadt bleibt erfolglos. Nur Raubkopien! Was darf man wohl in einem Land erwarten, in dem einem das Samsung Galaxy 5 für 25 Euro angeboten wird?

Die Gärten des Hotels Mamounia – Drehort auch von Hitchcocks „Der Mann der zu viel wusste“ bleiben dem Touristen am Wochenende vorenthalten. Leider. Danach suchen wir das Cafe Arabe auf und genießen den Blick von der Dachterrasse. Satellitenschüsseln soweit das Auge reicht.

Dann weiter durch das Gedränge der Souks und ein nochmaliger Tee auf einer Dachterrasse am faszinierenden Gauklerplatz.

Um 18:00 geht es mit dem Shuttle zurück ins Hotel.

Bildergalerie – 01. Februar 2015


Montag, 02.02.2015

Früher Rückflug nach Deutschland

Bereits um 4:45 klingelt der Wecker. Das Frühstück ist noch nicht komplett bereitet als wir um 5:30 ins Restaurant marschieren. Das Personal scheint gänzlich überfordert. Es gibt alte Croissants vom Vortag – naja!

Um 6:30 geht es zum Flughafen. Nach gut zehn Minuten erreichen wir den Airport. Um 8:50 dann der Rückflug. Es gibt davor Irritationen mit der Startzeit, die sich um eine Stunde nach hinten verschieben soll. Klärt sich alles in Wohlgefallen auf. Gegen 15:30 sind wir wohlbehalten daheim.

Insgesamt gemischte Gefühle. Die anfängliche Begeisterung für Reisen mit dem RSD weicht mehr und mehr der Ernüchterung. Für den angebotenen Preis darf man wohl nicht mehr erwarten! Und ich bin erst einmal durch mit dem Thema der Gruppenreise!


© Gerald Langer

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