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Schätze rund um den Golf von Neapel – Berge und Meer – Erfahrungsbericht

Reisebericht mit Bildergalerien
Schätze rund um den Golf von Neapel
Italien
Veranstalter: Berge und Meer
24.03.2019 – 31.03.2019
Mein Erfahrungsbericht


Sonntag, 24.03.2019 – Anreisetag

Wieder einmal zeitig aufstehen. Die Zeitumstellung erfolgt  – Gott sei Dank – erst eine Woche später. Unser Abflug findet am Flughafen Stuttgart pünktlich um 10:25 statt. Das Auto haben wir  – wie immer – im nahegelegenen Parkhaus von Airparks abgestellt. Dort treffen wir auch,  wie sich einige Minuten später herausstellen wird, auf erste Mitreisende, die ihren PKW derart ungeschickt in die Zufahrt gestellt haben, dass niemand mehr vorbeifahren kann.

Ankunft des Airbus 320 in Napoli überpünktlich bereits gegen 12:00, auch auf das Gepäck müssen wir nicht besonders lange warten.

Danach wird es aus unserer Sicht etwas chaotisch. Als wir die überschaubare Ankunfthalle des Flughafens betreten, gibt es offensichtlich niemanden, der uns erwartet. Kein üblicher Pappendeckel im DIN A4 – Format oder gar größer, auf dem sich unser Veranstalter „Berge und Meer“ zu erkennen geben könnte. Wir können nur vermuten, wer zu unserer Reisegruppe gehört. Offensichtlich jede Menge – noch ältere – Personen als wir es sind. Diese Gruppe sammelt sich zunächst draußen, ohne dass ein Mitarbeiter von Berge und Meer auftaucht. Wir nehmen solange in Sichtweite auf einer Bank Platz. Irgendwann bemerke ich eine gewisse Betriebsamkeit der Gruppe. Eine junge Reiseleiterin hatte sich dort eingefunden, nicht besonders groß und nicht besonders laut sprechend.

Mit ihr läuft die Gruppe zum etwa 300 m entfernten Busbahnhof. Dort erfahren wir beim Durchzählen, dass ausgerechnet wir bis dato als „vermisstes“ Paar gelten.  Gut, der Irrtum lässt sich dann doch aufklären.

Wir werden der Gruppe von Reiseleiterin Flavia zugeteilt und fahren mit dem Bus zum Hotel de la Ville in Avellino. Die Fahrt dauert eine knappe Stunde und führt 40 Kilometer in das Landesinnere.

Das erste Zimmer passt von der Größe, allerdings lässt sich die Tür zum Bad nicht schließen, weil am Schloß manipuliert wurde. Nach einer Stunde ziehen wir um in den 4. Stock. Das Zimmer ist etwas kleiner, dafür funktioniert allerdings die Badezimmerschiebetür. Leider ist auch hier die angebotene Duschkabine eher für Personen mit leptosomen Körperbau geeignet. Ohne Not, denn das Badezimmer ist an sich groß genug, hat man hier eine völlig unsinnige Duschkabinengröße samt Aufputzinstallation gewählt. Wie ich damit zurecht kommen soll, ist mir zunächst ein Rätsel.

Wir laufen in die Stadt Avellino, denn Programm ist für heute nicht vorgsehen.

Am 23.11.1980 ist die Stadt Avellino von einem Erdbeben miterfaßt worden, dessen Spuren zum Teil noch heute ablesbar sind. Die sonntägliche Betriebsamkeit in der fußläufig gut zu erschließenden Stadt nimmt gegen Abend  zu. Wir gönnen uns ein schönes Eis aus der Tüte, das bei mir allerdings so groß ausfällt, dass ich einen Becher nachbestellen muss, um die leckeren zwei Kugeln vor dem Herunterpurzeln zu retten.

Die Kathedrale von Avellino ist von insgesamt eher bescheidenem Charakter, der Besuch lohnt dennoch.

Um 19:00 findet dann das erste Abendessen statt. Wir sitzen mit zwei Ehepaaren zusammen. Eines sehr schweigsam.  Es soll sich im Laufe des Abends herausstellen, dass sie sich falsch platziert haben. Mit dem anderen sehr netten und gesprächigen Ehepaar aus Mannheim werden wir die nächsten Frühstücke und Abendessen verbringen .

Ich entschließe mich, wieder Im Zimmer angekommen, erst am nächsten Morgen zu duschen, nach ausreichender Verdauung des ausgesprochen guten Abendessens.

Bildergalerie | Anreisetag


Montag, 25.03.2019 – Neapel und nahes Umfeld

Um 8:30 starten wir mit dem Bus nach Neapel. In Neapel treffen wir auf die kosmopolite Victoria, die sehr gut Deutsch spricht und uns durch den Dom und die Altstadt (San Gregorio Armeno, Spaccanapoli, Santa Chiara etc.) begleitet. Sehr gute Führung mit vielen Informationen.

Der Besuch in der empfohlenen Pizzeria gestaltet sich indes zeitlich als mittlere Katastrophe. Das bestellte Essen kommt trotz Vorbestellung einfach nicht bei. Die Qualität ist auch nicht der ganz große Brüller.

Danach fahren wir mit dem in der Nähe – bei der Architekturfakultät – haltenden Bus zur Via Cesario Console. Von dort aus marschieren wir – die Gruppe löst sich da schon temporär auf – zur Piazza del Plebiscito, Cafe Gambrinus, zur Galleria Umberto I und etwas die Via Toledo und ihre Seitenstraßen entlang.

Die Stadt hat schon wirklich einiges an Sehenswürdigkeiten, so dass uns klar ist, dass wir am nächsten Samstag, der zur freien Verfügung steht, hier wieder aufschlagen werden.

Bildergalerie | Neapel


Dienstag, 26.03.2019 – Amalfi – Ravello

Die Wetteraussichten für heute sind zwar nicht so toll. Allerdings haben wir dann doch bessere Wetterverhältnisse als zunächst erwartet.

Wir starten in einem etwas kleineren Bus gegen 8:00 am Hotel und nähern uns via Limoncello-Produktionsstätte der Amalfiküste. Victoria, die Reisebegleitung von gestern, lebt seit vielen Jahren in Sorrent. Sie wird uns heute nochmals begleiten. Über Positano geht es – schön an der Küste entlang – auf innerorts sehr schmaler Straße nach Amalfi. Dort machen wir eine kleine Bootstour, die schöne Eindrücke von der Küste vermittelt und für reichhaltig Fotomaterial sorgt. Nun wissen wir, wo Sophia Loren (auch) wohnt!

Danach Stadtspaziergang in Amalfi, Mittagessen, mit dem Bus zum höher gelegenen Ravello, das etwas enttäuscht. Wäre da nicht die am Hang gelegene Konzerthalle von Oscar Niemeyer, könnte ich mich später bei diesem Ort an fast nichts mehr erinnern, außer dass vieles noch geschlossen war.

Insgesamt ist die Amalfiküste mit ihren Zitronen- und Orangenbaumen allerdings sehr reizvoll und für mich ein klares Highlight unserer Reisewoche in Italien.

Danach Rückfahrt durchs Hinterland zum Hotel. Busfahrer Marco hat an der Amalfiküste eine Meisterleistung vollbracht. Hier möchte ich selbst niemals mit dem eigenen Auto fahren. Ein Motorroller wäre allerdings eine passable Alternative, da man mit einem solchen Gefährt deutlich mehr Zwischenstopps machen kann als mit einem Auto oder einem dann doch insgesamt recht ungelenken Bus.

Bildergalerie | Amalfi – Ravello


Mittwoch, 27.03.2019 – Pompeji – Vesuv

Das Wetter ist heute eher bedeckt. Wir starten um 8:30 am Hotel. Gegen 9:50 kommen wir in Pompeji an, hatten davor die Möglichkeit, in diversen Ortschaften das alltägliche Verkehrschaos, das der Italiener sicherlich gar nicht als solches empfindet, kennenzulernen. Auch die Müllentsorgung ist nicht wirklich gelöst. Beinahe überall wird Müll abgelagert.

Die Führung durch Pompeji übernimmt Franceso, der allerdings redetechnisch sehr weit ausholt, um uns die Schätze der Ausgrabungsstätte zu zeigen und zu erklären.

Als mir klar wird, dass bei seiner Führung das große Amphitheater fehlen wird – der Weg dorthin sei zu weit – machen wir uns auf eigene Faust auf. Und wir bereuen diesen Entschluß nicht.

Der Ort, an dem Pink Floyd vor beinahe 50 Jahren ohne Publikum spielte, ist für mich ein „MUSS“. Natürlich nehmen wir auch das Forum Romanum im Schweinsgalopp, denn lediglich zwei Stunden Besichtigungszeit für Pompeji sind definitiv zu wenig. Vier Stunden wären einigermaßen angemessen, besser noch ein zweiter Besuchstag.

Gegen 12:40 wird die Busfahrt in Richtung Vesuv fortgesetzt. Wir kehren in einem von Francesco schwelgerisch empfohlenen Restaurant ein. Unsere Ravioli müssen dreimal aufgewärmt werden, bis sie die richtige Temperatur haben. Naja, alternative Einkehrorte gibt es in dieser Jahreszeit hier nicht.

Überhaupt ist es recht kühl. Ich überlege noch, ob ich mir die Weiterfahrt zum Vesuv wirklich antun soll, entscheide mich dann doch pro Vesuv. Bis auf 200 Höhenmeter unterhalb des Kraters fährt uns ein Kleinbus, dann geht es zu Fuß weiter. Die Sicht ist okay, bloß die Windböen nehmen ständig zu. Am Kraterrand sind sie fast unerträglich, man muss wirklich Angst haben, weggeweht zu werden.

Mein Mitbringsel vom Vesuv ist ein anständiger Husten, den ich drei Wochen später nicht losgeworden bin.

Um 16:40 fahren wir zum Restaurant zurück, wo dann doch einige Gruppenmitglieder auf uns gewartet haben.

Gegen 18:15 sind wir wieder in Avellino.

Am nächsten Tag soll der Zugang zum  Kraterrand des  Vesuvs aufgrund der stürmischen Wetterverhältnisse offiziell gesperrt sein.

Bildergalerie | Pompeji und Vesuv


Donnerstag, 28.03.2019 – Capri

„Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …“.

Diesen deutschen Schlager kennt wohl ein(e) jede(r) Deutsche(r).

Wenn ich ehrlich bin, hat mich der Besuch dieser Insel etwas enttäuscht. Das Wetter ist sicherlich nicht sonnig genug, die Vorort-Reiseleitung von Anita D.  entbehrlich, die Seilbahn noch außer Betrieb.

Die Spaziergänge in Ancapri und Capri finden somit auf eigene Faust statt. Leider ist uns das – unter anderem von Le Corbusier geplante – besondere Hotelgebäude etwas zu entlegen, so dass wir es letztlich nicht anschauen.

Die Giardini di Augusto sind allerdings schon sehenswert, wenngleich der schöne, aber sicherlich im Aufstieg beschwerliche benachbarte, Weg „Via Krupp“ derzeit gesperrt ist.

Gegen 15:45 treffen wir uns mit unserer Gruppe am Hafen. Wir haben den Abstieg zu Fuß gemacht und den Kleinbus nicht nochmals genutzt. Die Szenerie am Hafen gibt durchaus etwas fotografisch her. Mit dem Schnellboot geht es dann um 16:30 zurück nach Neapel und von dort aus wieder in das Hotel.

Eine Bootsfahrt mit Besichtigung der Blauen Grotte war bei dem etwas ungemütlichen Wetter verständlicherweise nicht mehrheitsfähig. Ich habe auch nicht dafür plädiert.

Bildergalerie | Capri


Freitag, 29.03.2019 – Caserta – Schloß und Park

8:30 Abfahrt am Hotel, 9.30 Ankunft am Schloss. Francesco – wir kennen ihn ja schon von Pompeji – erwartet uns. Sonniges Wetter, hier ist die Hölle los und das schon in der Vorsaison. Die Besichtigung des Schlosses lohnt, die des Parkes leider nur bedingt.

Die axiale Anlage des Parks langweilt und ermüdet die Füße, zumindest meine, sehr.

Fotomotive gibt es auch nicht allzu viele. Am Fuße des künstlichen Wasserfalls angekommen, genehmigen wir uns eine Pizza Margherita am Brunnenrand sitzend. Dann machen wir noch einen kleinen Abstecher in den benachbarten Englischen Garten, der leider über keinen zweiten Ein- und Ausgang verfügt, wie wir recht spät erfahren müssen. Eine derart wichtige Information hätte ich vorab von der Reiseleitung ewartet.

Am Schloss angekommen, gönne ich mir noch einen Espresso. Um 15:30 fahren wir zurück zum Hotel.

Anstrengend war der Tag schon!

Bildergalerie | Caserta – Schloß und Park


Samstag, 30.03.2019 – Neapel – zweiter Stadtrundgang

Ein Tag zur freien Verfügung. Wir hatten uns, wie bereits erwähnt, schnell entschieden, nochmals nach Neapel zu fahren, wenngleich der Transfer mit unserem Reisebus nach Neapel und zurück mit 15 Euro pro Person sich nicht unbedingt am unteren Ende der Wirtschaftlichkeit bewegen dürfte.

Der Botanische Garten bleibt heute leider geschlossen.

Wir schauen uns zunächst im Quartier in der Nähe des Archäologischen Museums um. Hochinteressanter Straßenmarkt, der Palazzo Spagnolo und dann zurück zur Metro-Station. Mit der M1 zur Endstation Garibaldi – auffällig überdachter Bahnhof – und dann zu Fuß zum Fischmarkt. Jede Menge Eindrücke, auch viel Schmuddeligkeit. Darauf einen Espresso.

Wir fahren mit der M1 anschließend zur Station Via Toledo zurück, die aufgrund ihrer architektonischen Ausgestaltung auch schon prämiert wurde. Uschi gönnt sich in der Stadt noch den Klostergarten der gotischen Kirche Santa Chiara, ich eine Auszeit. Mein Husten macht mir zu schaffen.

Auf dem Weg zur Zahnradbahn, die uns ins höher gelegene Stadtviertel Vomero bringen soll, kehren wir noch in eine Pizzeria ein. Passt!

In Vomero angekommen, laufen wir in Richtung Kastell. Nachdem ich die Treppenanlage der Baulichkeit erahne, streike ich. Wir gönnen uns stattdessen einen Panoramablick vom Garten des benachbarten – und deshalb selbstverständlich völlig überteuerten – Restaurants aus.

Die Rückfahrt bedarf mehrerer Anläufe. Deren nähere Gründe samt Erläuterung erspare ich uns hier.  Also, an der Bahn selbst liegt es nicht!

Um 16:30 sollte eigentlich die Rückfahrt beginnen, aber es gibt eben “Zu-spät-Kommer”, die sich wohl etwas in der benötigten Zeit vertan haben.

Um 17:00 starten wir dann tatsächlich, um 18:00 sind wir wieder am Hotel. Um 19:00 beginnt das letzte gemeinsame Abendessen.

Bildergalerie – Neapel


Sonntag, 31.03.2019 – Abreisetag

Heute stehen wir etwas später auf, frühstücken auch ein wenig später, räumen anschließend das Zimmer und sitzen noch etwas am hoteleigenen Pool. Um 11:30 bringt und der Bus zum Flughafen nach Neapel, wo gegen 15:00 unser Flieger Richtung Heimat startet.

Alles verläuft planmäßig, auch die Gepäckrückgabe in Stuttgart. Mit dem Shuttle-Bus zu Airparks und anschließend mit dem Auto nach Haus. Ankunft in Kürnach gegen 19:40.

Danke Uschi, dass Du mir diesen Urlaub, der insgesamt leider unter keinem guten Vorzeichen stand,  geschenkt hast.

Ich habe die gemeinsame Zeit – so gut es eben ging – dennoch genossen. Gedanklich war ich allerdings häufig woanders!

Bildergalerie | Abreisetag


Bewertung:

Organisatorisch fanden wir die Abwicklung der Ankunft am Flughafen ziemlich mißglückt. Die Reiseleiter, die ihre zugewiesenen Reisegruppen abholen, sollten klar erkennbar sein. Einige “geführte” Reisen liegen hinter uns. Eine solch diffuse Situation haben wir allerdings noch nicht erlebt.

Das Hotel de la Ville trägt vier Sterne. Da wurde es – insgesamt gesehen – sehr wohlwollend bedacht! Das Personal ist zweifellos sehr freundlich und zuvorkommend, die Zimmer sind ebenfalls in Ordnung, die Duschkabinen indes völlig inakzeptabel. Das Frühstück ist gut, das Abendessen gut bis sehr gut. Kostenlosen und dabei auch trinkbaren Weiß- und Rotwein und auch Wasser gibt es reichlich zum Abendessen.

Die klassische Reiseleitung durch Flavia möchten wir mit einem gut bewerten, Victoria war sehr gut bis gut, Francesco, der Plauderer,  kommt über ein befriedigend allerdings nicht hinaus, Anita D. fällt leider in die Kategorie mangelhaft.

Die Reisegestaltung durch den Veranstalter Berge und Meer ist durchaus vielfältig, so dass doch die meisten Interessenlagen zufrieden gestellt werden dürften. Insofern möchten wir diese ebenfalls  mit gut bewerten.

Mit Reiseleitung würde ich allerdings kein zweites Mal die Region um Neapel bereisen, sondern mich dann eher auf eigene Faust durchschlagen. Gerade was die Amalfiküste angeht, aber eben auch den Zeitbedarf für Pompeji.

Ein nennenswerter Mehrwert wäre es zudem, die Ausgrabungsstätte Herculaneum und das Archäologische Museum mit in das offizielle Reiseprogramm aufzunehmen.

Text und Bilder © Gerald Langer (meinunterwegsblog,de)

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