Köln – Düsseldorf – eine viertägige Architekturexkursion – 2017

Reisebericht mit Bildergalerien.
Viertägige Architekturexkursion nach Köln und Düsseldorf.
19. Mai bis 23. Mai 2017
Schwerpunkte:
Rheinauhafen Köln und Medienhafen Düsseldorf
Fotograf:
Gerald Langer


Musik und Konzertfotografie machen wir nach wie vor Spaß, dennoch ist eine alternative „Auszeit“ vor dem Africa Festival 2017 in Würzburg angezeigt. Den Blick auf die gebaute Umwelt möchte ich schon berufsbedingt nie verlieren.

Man kann natürlich alles Mögliche vorplanen, am Schluss ist das Wetter maßgeblich am Erfolg unserer Eigeninitiative beteiligt. Bei Nieselregen kommen wir um die Mittagszeit in Köln an, beziehen unser Quartier in einem einfachen, aber praktisch eingerichteten Hotel in der gewerblich genutzten Vorstadtzone Kölns. Eine halbe Stunde später stehen wir bereits auf dem S-Bahnsteig und fahren Richtung Kölner Innenstadt.

Zielpunkte: Dom, Domplatz, Peek und Cloppenburg (Arch. Renzo Piano).

Der Weg zum Rhein bietet sich bei zunehmendem Nieselregen nicht so recht an. Dafür essen wir bei einem-  im Internet empfohlenen – Asiaten. Passt!

Der Samstag ist dafür wettermäßig der ideale Tag zum Sightseeing. Gegen 9:30 fahren wir wieder mit der S-Bahn bis zum Heumarkt und begeben uns dann zum Rheinauhafen mit seinen charakteristischen Kranhäusern.

In der Innenstadt machen wir uns auf zum Stammsitz von „4711“ – Echt kölnisch Wasser. Das Stammhaus liegt in der Kölner Glockengasse und durchaus ein Zielpunkt vieler Touristen. Von außen kann man stündlich ein Glockenspiel anhören und betrachten.

20170520 - Koeln © Gerald Langer
20170520 – Koeln © Gerald Langer

Etwa 150 Meter weiter liegt das Kolumba. Derzeit allerdings eingerüstet.

Das im Jahre 2007 fertiggestellte Kunstmuseum des Erzbistums Köln wurde von Peter Zumthor geplant und befindet sich am Ort der spätgotische, im Kriege zerstörten, Kirche St. Kolumba.

Warum die Westfassade derzeit eingerüstet ist, kann man in diesem Artikel der Kölnischen Rundschau nachlesen. Es ist schon bemerkenswert, wie sich der Kölner Diözesanbaumeister vor den Pritzker-Preisträger Zumthor stellt und den Baumangel zu relativieren weiß. Ich bin mal gespannt, wie lange das Gerüst noch stehen bleibt! Die Katholische Kirche weiß im übrigen, wie man mit in – von der Dimension nicht ganz vergleichbaren – Fällen verfährt. Franz-Peter Tebarzt-van Elst gehört nun dem Leitungsteam des päpstlichen Rates an.

Ich hatte bereits erwähnt, dass das Kolumba dem 4711 Haus benachbart ist. Das Überqueren der einschneidenden Tunisstraße gestaltet sich schwierig, da hier ein nicht enden wollender Pulk an Motorräder – überwiegend von der Marke Harley Davidson – vorbei röhrt. Eine Augen- und Ohrenweide für all diejenigen, die es mögen.

Ich mag es, auch wenn ich selbst kein Motorradfahrer bin, aber zumindest seit 20 Jahren einen 125er Roller fahre. Dieses zweirädrige Aufgebot, ergänzt um einige alte ausgemusterte amerikanische Polizeiwägen, erklärt auch den vormittäglichen Lärm auf der – den Kranhäusern – gegenüberliegenden Rheinseite.

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Im Café des Wallraf-Richartz-Museums machen wir eine kurze Rast, bei der ich – wirklich nur ein wenig – „ausraste“. Beim Blick auf‘s Smartphone bemerke ich den Bilderklau von Andreas Kümmert. Doch ist das eine eigene Geschichte.

20170520 - Koeln © Gerald Langer
20170520 – Koeln © Gerald Langer
20170520 - Koeln © Gerald Langer
20170520 – Koeln © Gerald Langer

Wir schlagen – via Kölner Rathaus, hier hat sich gerade eine teilmaskierte Hochzeitsgesellschaft eingefunden, den Weg zum Dom und Museum Ludwig ein. Nach Überqueren der Hohenzollernbrücke, die unter der Last von Millionen Liebeschlössern einsturzgefährdet sein müsste, erreichen wir das neugestaltete Kennedy-Ufer am Fuße des  Lanxess-Hochhauses.

Der Spaziergang mit Blick auf die Altstadtseite führt uns unter der Deutzer- und Severins-Brücke unweigerlich zur Alfred-Schütte-Allee, dem Areal, das die diesjährige Harley Dome Cologne okkupiert hat.

Zu linker Hand zahllose Harleys, zu rechter Hand der Blick auf den Zollhafen. Wow! Was für eine unerwartete Bereicherung des Stadtspazierganges! Noch besser als der aus dem Kölner Tatort bekannte Bratwurststand.

Mit der Straßenbahn fahren wir zum Chlodwigplatz – Erinnerungen an BAP werden wach. Vor dem Cafè Kult genieße ich Cappuccino und Kuchen, während übermütige FCK-Fans vorbeifahren und den Sieg ihrer Mannschaft feiern.

Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück weiter in Richtung Düsseldorf. Die Fahrt dauert eine gute halbe Stunde, bis wir am Intercity-Hotel ankommen, das sich, wie der Name es schon vermuten lässt, in der Nähe des Hauptbahnhofes befindet.

Wir machen uns nach dem ausladen zu Fuß auf in Richtung Medienhafen, peilen dabei den Fernsehturm an.

Der freundliche Mitarbeiter des Hotels, der uns schon im Hinblick auf den Stellplatz half, hat uns die Fahrt in die Kanzel des Turmes ans Herz gelegt. Ganz zu Recht, hat man hier aufgrund der nahezu reflexfreien Schrägverglasung einen sehr guten Ausblick über Düsseldorf und Umgebung, insbesondere natürlich über den Medienhafen und den benachbarten Landtag, dessen fünfte Fassade, die Dachaufsicht, sehr prägnant ist.

Anschließend sind wir einige Stunden im Medienhafen unterwegs, der an einem sonnigen Sonntag offensichtlich zu einem Ausflugsziel nicht nur der Touristen geworden ist.

Enttäuschen verläuft die nachmittägliche Suche nach einem Gasthaus mit Terrasse am Rheinufer. In der Fußgängerzone kehren wir schließlich ein.

Am Montag sind die Temperaturen nochmals angestiegen. Wir fahren nochmals in Richtung Medienhafen, einige Kleinigkeiten hatten wir am Tag zuvor noch übersehen. Besuch des Eingangsgeschosses Stadttor Düsseldorf. Hier war auch die Ministerpräsidentin bis zum Rücktritt vor wenigen Tagen noch untergebracht.

Anschließend Fahrt mit der Straßenbahn zur Tonhalle, Museum Kunstpalast, ERGO Hochhaus, Rheinterrasse. Ganz in der Nähe finden wir dann doch einen Kiosk. Ein Radler ist schon eine feine Sache bei der Hitze.

Zurück in der Innenstadt bewegen wir uns im Bereich der Königsallee.

Duesseldorf 2017 © Gerald Langer
Duesseldorf 2017 © Gerald Langer

Auch der Kö-Bogen und seine Architektur übt eine gewisse Faszination aus. Neben dem Dreischeibenhochaus von HPP-Architekten, dem, benachbarten Schauspielhaus hat hier kürzlich auch Daniel-Libeskind eine baulich Duftmarke gesetzt.

In der Fußgängerzone nehmen wir ein verspätetes Mittagessen ein. Danach geht es zurück ins klimatisierte Hotel. Die Außentemperaturen machen weitere Besichtigungen nahezu unmöglich.

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